Zusammenfassung
- Vor dem Quereinstieg in die ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie) sollte geklärt werden, welche eigenen Voraussetzungen und Ziele bestehen; je nach Vorbildung gibt es unterschiedliche Einstiegswege.
- Ein anerkannter Abschluss (z.B. eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ, Fachausweis, höhere Fachschule oder Hochschulabschluss) wird für gute Arbeitsmarktchancen und langfristige Sicherheit empfohlen.
- Die Branche bietet viele Berufsrichtungen (wie Planung, Entwicklung, Betrieb, Projektmanagement, Business Analysis, Methoden-Berufe) und langfristig sehr gute Berufsaussichten, allerdings sind die Einstiegschancen je nach Fachgebiet und Praxiserfahrung unterschiedlich.
- Es gibt verschiedene Wege für Quereinsteiger: Berufslehren für Erwachsene, verkürzte Ausbildungen, Weiterbildungen (z. B. Nachdiplomstudien, Fachausweise, Zertifikate) sowie schulische Angebote, oft mit Anforderungen an Vorbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse.
Das Wichtigste zuerst
Was bringen Sie mit und wo wollen Sie hin?
Diese beiden Fragen gilt es zu klären, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden. Das vorliegende Dokument zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie der Einstieg in die ICT gelingen kann. Die Frage, welche davon zu Ihnen passt, kann es jedoch nicht beantworten.
Der Quereinstieg gestaltet sich je nach beruflichen Ausbildungen, die jemand mitbringt, anders: Wer einen Abschluss im kaufmännischen Bereich oder in der Elektrotechnik hat, findet einen anderen Einstieg als jemand aus einem Informatik fernen Bereich.
Hier gilt: «Funktionen wie beispielsweise im Betriebssupport oder als Helpdesk-Mitarbeiter/in können einen Einstieg in die Informatik ermöglichen.
Heutzutage genügen jedoch Grund- oder Anwenderkenntnisse oft nicht mehr für einen Quereinstieg.
Um im Arbeitsmarkt längerfristig bestehen zu können, sind anerkannte Weiterbildungen mindestens auf Niveau höhere Berufsbildung unumgänglich».
(SDBB (Hrsg.): Informatik und Mediamatik (ICT). Bern 2020. (Chancen – Weiterbildung und Laufbahn). S.13.)
Sie interessieren sich für eine Aus- oder Weiterbildung? Beachten Sie folgende Punkte:
Angebotscheck
- Ist das Angebot seriös? Prüfen Sie das Angebot mit der eduQua-Checkliste.
- Nehmen Sie an Informationsveranstaltungen teil.
Realitätscheck
- Klären Sie, welche Möglichkeiten Sie mit der angestrebten Aus-/Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt haben: Ist eine Vollzeitbeschäftigung realistisch oder eher eine nebenberufliche Tätigkeit?
- Informieren Sie sich darüber, was ehemalige Absolventinnen und Absolventen beruflich heute machen.
In welchem Bereich wollen Sie arbeiten? Überblick über die ICT
Die Publikation «Berufe der ICT» von SwissICT enthält Berufsbeschreibungen und Anforderungsprofile für Berufe in der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie in der Organisation. Die Berufe sind in folgende Gruppen unterteilt:
- Planung (z. B. ICT-Architektin, ICT-Controller, ICT-Sicherheitsbeauftragte)
- Entwicklung (z. B. Applikations-Entwickler, Data Scientist, ICT-Testmanagerin, Netzwerk-Spezialist, Wirtschaftsinformatikerin)
- Betrieb (z. B. Applikations-Manager, Datenbank-Administratorin, ICT-Helpdesk-Mitarbeiter, ICT-Supporterin, Netzwerk-Administrator)
- Projektmanagement (Programm-Manager, Projektleiterin, Projektmanagement-Officer)
- Organisation und Betriebswirtschaft (z. B. Business-Analystin, Organisations-Manager, Prozess-Managerin, Unternehmensorganisator)
- Methodikbezogene Berufe (z. B. DevOps Engineer, Product Owner, Scrum Master)
- Anwendungsinformatik (Mediamatikerin)
Neben diesen Berufen, die sich mit dem Kerngebiet der Informatik befassen, gibt es viele weitere Berufe und Tätigkeiten, die aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung mit dieser zu tun haben. Sie finden sich v. a. in den Bereichen Technik, Design, Medien und Wirtschaft. Einen Überblick über entsprechende Berufe und Funktionen gibt die Publikation «Web, Apps & Co» des SDBB.
Arbeitsmarktsituation: Fachkräftemangel
Langfristig besteht in der Schweiz ein hoher Bedarf an qualifizierten ICT-Fachkräften. Die Einstiegschancen unterscheiden sich jedoch stark nach Tätigkeitsgebiet, Qualifikation und Berufserfahrung. Für Quereinsteigende ohne Praxiserfahrung ist der Einstieg insbesondere in Softwareentwicklung, Cloud, Cyber Security und Data anspruchsvoll. Bis ins Jahr 2030 wird in der ICT mit einem Bedarf an 119 600 Fachkräften gerechnet: «Rund die Hälfte (52 Prozent) sollten einen Hochschulabschluss aufweisen; der Trend zu höher qualifizierten Tätigkeiten bleibt somit ungebrochen.» (IWSB (2022). ICT-Fachkräftesituation: Bedarfsprognose 2030. Bern: ICT-Berufsbildung Schweiz. S.22)
Ein anerkannter Abschluss in der ICT – lohnt sich das?
Oben wurde bereits darauf hingewiesen: Ein anerkannter Abschluss ist in der ICT definitiv von Vorteil. Folgende Zahlen unterstreichen dies: Zwar arbeiten in der ICT mehr Quereinsteigende (142 100) als Fachkräfte (104 200). Jedoch liegt die Erwerbslosenquote der Quereinsteigenden um einiges höher als diejenige der ICT-Fachkräfte.
Berufsabschluss für Erwachsene – Wege zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ in der ICT
Höhere Berufsbildung
Hochschulstudien und Hochschulerweiterungen
Zertifikatskurse
Programmieren lernen
Veröffentlicht: 01.09.2026, 14:40 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 03.09.2026, 10:27 Uhr
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