Grundbildung wie weiter – Orthopädist/Orthopädistin EFZ

Nach dem EFZ stehen Ihnen viele Wege offen. Entdecken Sie Ihre beruflichen Möglichkeiten. Finden Sie die passende Weiterbildung.

Zusammenfassung

  • Nach dem Abschluss Orthopädist oder Orthopädistin EFZ, das ist das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis, finden Sie schnell Arbeit. Viele bleiben im Ausbildungsbetrieb oder finden eine neue Stelle.
  • Es gibt zu wenig ausgebildete Personen in diesem Beruf in der Schweiz. Viele Stellen werden mit Fachkräften aus dem Ausland besetzt.
  • Nach der Ausbildung arbeiten Sie oft im Verkauf, in der Beratung oder in der Werkstatt. In kleinen Betrieben machen Sie mehrere Aufgaben, in grossen meistens nur eine.
  • Beginnen Sie früh mit der Stellensuche. Fragen Sie auch Ihr Umfeld nach offenen Stellen. Praktika und Arbeit im Ausland sind möglich.

Arbeitsmarkt

Die grosse Mehrheit der Orthopädistinnen und Orthopädisten findet nach Abschluss der Grundbildung relativ schnell eine neue Arbeitsstelle. Häufig können sie auch direkt im Ausbildungsbetrieb weiter beschäftigt werden.

Die offenen Stellen in den schweizweit ca. 90 Betrieben werden nur zu etwa zwei Dritteln von Schweizer Berufsleuten besetzt, weil nicht genügend Arbeitskräfte für die Branche ausgebildet werden. Ein Drittel der Fachleute wird aus dem nahen Ausland angeworben.

In den nächsten Jahren wird mit einer Zunahme an Arbeitsstellen gerechnet und gleichzeitig erhöhtem Mangel an Fachpersonal. Der Arbeitsmarkt verlangt immer mehr gut qualifizierte und spezialisierte Fachpersonen, weil die Zahl von körperlich eingeschränkten Personen steigt. Aufgrund des demografischen Wandels werden in Zukunft spezielle Techniken der Rehabilitation noch wichtiger.

Die technischen Entwicklungen in der Branche schreiten voran. Sie sollten mit den aktuellsten Forschungsergebnissen vertraut sein und moderne Techniken und Ausstattungen der orthopädischen Hilfsmittel kennen.

 

Tätigkeiten

Direkt nach der Grundbildung haben Sie den Vorteil, dass Ihre Kenntnisse auf dem neuesten Stand sind. Je nach Arbeitsplatz gehören der Verkauf und die Kundenberatung oder Arbeiten an der Werkbank zu den Kernaufgaben. In Kleinbetrieben mit weniger als neun Angestellten übernehmen die Berufsleute vielfach Aufgaben sowohl im Verkaufsgeschäft als auch in der Werkstatt, in grösseren Betrieben mit mehr als 15 Angestellten hingegen sind sie meist auf einen der Bereiche spezialisiert. Oftmals beteiligen sie sich zudem an der Ausbildung von Lernenden.

Teilweise leisten die Berufsleute auch Einsätze am Abend und Wochenende, z. B. im Spital, wenn für Unfallopfer schnellstmöglich orthopädische Hilfsmittel bereit gestellt werden müssen oder im Betrieb, wenn defekte Hilfsmittel umgehend repariert werden müssen.

 

Stellensuche

Beginnen Sie frühzeitig mit der Stellensuche. Anstellungen finden Sie fast ausschliesslich in Ihrer Branche, d. h. in privaten orthopädischen Ateliers, in orthopädischen Ateliers von Kliniken und Rehabilitationszentren oder in Verkaufsgeschäften für orthopädische Hilfsmittel.

Offene Stellen

Inserate finden Sie in Stellenportalen, auf Firmenwebsites, in Tageszeitungen oder Fachzeitschriften. Links zur Stellensuche finden Sie unter «Weitere Informationen». Ihr Beziehungsnetz kann Ihnen bei der Stellensuche helfen. Fragen Sie z. B. Ihre/n Berufsbildner/in und Bekannte nach offenen Stellen.

Wahl des Betriebs

Wenn Sie sich bewerben, vergleichen Sie mehrere Betriebe. Achten Sie auf die Grösse und die Teamzusammensetzung – was passt zu Ihnen?

Arbeiten im Ausland

Stagiaireabkommen mit verschiedenen Staaten er­mög­­­lichen jungen Berufstätigen ein Berufspraktikum im Ausland.
sem.admin.ch

Qualifizierte Fachpersonen werden auch von international tätigen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz, Terre des Hommes etc. angestellt und leisten Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten.

Lohn

Der Lohn ist je nach Region verschieden und beträgt für Berufseinsteiger/innen nach der Grundbildung durchschnittlich Fr. 4 586.- brutto. Quelle: Lohnbuch 2025. Weitere Informationen rund um das Thema Lohn finden Sie unter berufsberatung.ch/lohn.

Weiterbildungen

Spezialisierungen können je nach Betrieb und Know-how unterschiedlich sein, z. B. auf einen der Bereiche Orthetik, Prothetik oder Ortho-Reha / Rehabilitationsmittel. Je nach Arbeitsort unterscheiden sich die Spezialisierungsmöglichkeiten, etwa auf Verkauf/Beratung oder Werkstatt/Unterhalt/Reparatur. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie sich laufend weiterbilden, um für die Arbeitgebenden und den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben.

Kurse

Berufsprüfung (BP)

  • Ziel: mehr Verantwortung im Beruf mit Fach- und Führungsaufgaben
  • Abschluss: eidgenössischer Fachausweis
  • Voraussetzungen: in der Regel ein EFZ, mehr­jährige Berufserfahrung

Berufsprüfung:

  • Fachmann/Fachfrau für Rehatechnik

Höhere Fachprüfung (HFP)

  • Ziel: Führungsaufgaben übernehmen, einen Betrieb leiten
  • Abschluss: eidgenössisches Diplom
  • Voraussetzungen: EFZ, oft auch BP, mehrjährige Berufs- und Führungserfahrung

Höhere Fachprüfung:

  • dipl. Orthopädist / Orthopädistin

Ortho Reha Suisse empfiehlt zur Prüfungsvorbereitung den Lehrgang an der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (OT-BUFA) in Dortmund, Deutschland. Es gibt aber auch andere Kurse und Lehrgänge zur Vorbereitung der HFP (biv-ot.org e Berufsbild e Meisterausbildung) sowie die Möglichkeit, sich autodidaktisch auf die Prüfung vorzubereiten. Das deutsche Meister-Diplom ist in der Schweiz anerkannt und äquivalent mit dem eidgenössischen Diplom (HFP).
Ortho Reha Suisse berät Interessierte zum Weiterbildungsweg. In der Regel muss zuerst das unternehmerische Fachwissen erworben und eine Ausbildung beim Schweizerischen Institut für Unternehmerschulung SIU absolviert werden. Ebenfalls sind genügend Berufserfahrung sowie ein abgeschlossener Berufsbildner/innen-Kurs erforderlich. Nach dem Lehrgang an der OT-BUFA können Schweizer/innen – zusätzlich zum eidg. anerkannten Diplom – an den OT-BUFA-Prüfungen teilnehmen und ein «Zertifikat der Prothetik und Orthetik (CPO-D Kat. l)» erwerben.

Für optimale Berufsperspektiven im europäischen Markt sollten Sie auch über ein Hochschulstudium nachdenken. Die Bundesfachschule für Orthopädietechnik (BUFA) bietet in Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund einen berufsintegrierten Bachelor- und Masterstudiengang Orthopädie-Ingenieur an.

Weitere Informationen

arbeitsmarktinfo.ch

aktuelle Arbeitsmarktinformationen

orthorehasuisse.ch

Ortho Reha Suisse ORS (Berufs- und Branchenorganisation der Orthopädie-Technik)

biv-ot.org

Bundesinnungsverband für Orthopädie Technik

swiss-medtech.ch

SWISS MEDTECH Schweizer Medizintechnikverband

feusi.ch

Feusi Bildungszentrum (Vorbereitung auf die eidg. Berufsprüfung Fachmann / Fachfrau für Rehatechnik)

siu.ch

Schweizerisches Institut für Unternehmerschulung

akad.ch

AKAD (Angebote in Unternehmensführung)

ot-bufa.de

BUFA Bundesfachschule für Orthopädie-Technik

orfo.de

Orthopädie Forum mit Jobbörse

cinfo.ch

Beratung und Informationen über internationale Einsätze

Veröffentlicht: 13.08.2026, 14:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13.08.2026, 14:20 Uhr

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Eine Frau hält ein IPad in der Hand und spricht mit einem jungen Mann

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