Brückenangebote und Zwischenlösungen nach der Sekundarschule

Du bist bald fertig mit der obligatorischen Schule? Du bist noch nicht bereit für die Berufswahl? Du hast noch keine Lehrstelle gefunden? Für solche Fälle gibt es Zwischenlösungen und Brückenangebote. Hier erfährst du das Wichtigste dazu.

Zusammenfassung

  • Brückenangebote helfen dir, dich auf eine Berufslehre oder weiterführende Schule vorzubereiten und unterstützen dich bei der Berufswahl.
  • Im Kanton Zürich gibt es verschiedene öffentliche und private Brückenangebote, die unterschiedlich viel Schule und Praxis bieten.
  • Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und das Motivationssemester (SEMO) sind wichtige Brückenangebote. Für SEMO musst du beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum angemeldet sein.
  • Weitere Zwischenlösungen sind zum Beispiel Vorkurse, ein Sozialjahr, Praktika, Vorlehren, Vorbereitungskurse für die Mittelschule, Sprachaufenthalte und das Nachholen des Schulabschlusses.

Du bist im letzten Schuljahr und weisst nicht, wie es nachher weitergehen soll? Dann schaue dir Brückenangebote an. Mit einem Brückenangebot bereitest du dich auf eine Berufslehre vor. Du bekommst Unterstützung bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche. Informiere dich so früh wie möglich über die verschiedenen Angebote. Suche aber trotzdem weiter nach einer Lehrstelle. Das ist wichtig. Es gibt nämlich bis in die Sommerferien offene Stellen.

Du möchtest lieber weiter in die Schule gehen? Es gibt auch Zwischenlösungen, die dich auf eine weitere Schule vorbereiten. Oder du kannst in einem Zwischenjahr eine Fremdsprache lernen.

Wie finde ich ein passendes Angebot?

Im Kanton Zürich gibt es viele Brückenangebote. Nimm dir genug Zeit, bevor du dich für ein Angebot entscheidest. Überleg dir, was du brauchst. Dabei helfen dir diese Fragen:

  • Wie sieht deine Situation im Moment aus?
  • Was wünscht du dir für die Zukunft?
  • Was erwartest du von einem Brückenangebot?
  • Brauchst du Hilfe bei der Berufswahl oder der Schulwahl?
  • Weisst du genau, was dich interessiert?
  • Möchtest du herausfinden, was du überhaupt kannst?
  • Willst du klären, was für dich passend ist?
  • Fühlst du dich oft unmotiviert?
  • Möchtest du sicherer werden im Umgang mit anderen?

Es gibt ganz verschiedene Brückenangebote. Wichtig: Suche ein Brückenangebot, das zu dir passt. Sprich mit einem Berufsberater oder einer Berufsberaterin. Auch Lehrer und Lehrerinnen können dir bei der Entscheidung helfen. Schau dir im Internet Brückenangebote an. Es gibt auch Informationsveranstaltungen zu den Brückenangeboten. Besuche solche Veranstaltungen. So kannst du die Brückenangebote besser miteinander vergleichen.

Zum Vergleichen sind diese Sachen wichtig:

  • Was hat das Brückenangebot für ein Ziel?
  • Was sind die Bedingungen für die Aufnahme?
  • Was kostet die Ausbildung?
  • Gibt es zusätzliche Kosten, zum Beispiel für Bücher?
  • Wie sieht der Stundenplan aus?
  • Bis wann musst du dich anmelden?

Es gibt öffentliche Brückenangebote oder privat organisierte. Private Brückenangebote kosten mehr.

Alle Brückenangebote im Kanton Zürich findest du auf berufsberatung.ch.

Öffentliche Angebote: Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Motivationssemester (SEMO)

Welches von den beiden Brückenangeboten passt besser zu dir? Um das zu entscheiden, musst du deine Situation genau anschauen. Wie ist deine Lebenssituation? Wie weit bist du in der Berufswahl? Es gilt die Regel «Bildung vor Arbeit». Das bedeutet: Wähle wenn möglich ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Ein Motivationssemester (SEMO) ist für Jugendliche, die arbeitslos sind. Für ein Motivationssemester müssen Jugendliche beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet sein.

Berufsvorbereitungsjahre (BVJ)

Name de BVJ Deine Situation Du möchtest... Programm des BVJ

Schulisches BVJ

  • Du hast persönliche Bildungslücken.
  • Du weisst nicht, welchen Beruf du lernen sollst.
  • Du hast Wissenslücken.

Du musst das Berufs-Vorbereitungs-Jahr (BVJ) direkt nach der obligatorischen Schulzeit beginnen.
Wenn du später beginnen möchtest, brauchst du eine besondere Erlaubnis. Für diese Erlaubnis musst du einen Antrag stellen.

… Hilfe bei der Berufswahl.
… Unterstützung bei der Lehrstellensuche.
… den Schulstoff besser verstehen.
… Wissen über Berufe und Berufsbranchen bekommen.

  • 5 Tage Schule, davon 20–40 % praktische Ausbildung
  • Schnupperpraktika
  • erste kurze Berufseinblicke in Werkstätten

Die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter müssen 2500 Franken bezahlen.
In besonderen Notfällen kann die Wohngemeinde diesen Betrag bezahlen.

Praktisches BVJ

  • Du hast persönliche Bildungslücken.
  • Du hast einen Beruf oder ein Berufsfeld gewählt.
  • Du hast keine passende Lehrstelle gefunden.
  • Du kannst noch nicht selbständig praktisch arbeiten.

Du musst das Berufs-Vorbereitungs-Jahr (BVJ) direkt nach der obligatorischen Schulzeit beginnen.
Wenn du später beginnen möchtest, brauchst du eine besondere Erlaubnis.
Für diese Erlaubnis musst du einen Antrag stellen.

… Hilfe bei der Vorbereitung auf den gewünschten Beruf.
… Unterstützung bei der Lehrstellensuche.
… Einblicke in die Arbeitswelt bekommen
… praktische Arbeiten üben.
… Hilfe in der Schule und im Umgang mit anderen Menschen.

  • 5 Tage Schule,
    davon 40–60 % praktische Ausbildung
  • Schnupperpraktika
  • praktisches Arbeiten in Werkstätten

Die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter müssen 2500 Franken bezahlen.
In besonderen Notfällen kann die Wohngemeinde diesen Betrag bezahlen.

Betriebliches BVJ

  • Du hast persönliche Bildungslücken.
  • Du hast einen Beruf oder ein Berufsfeld gewählt.
  • Du hast keine passende Lehrstelle gefunden.
  • Du kannst selbständig arbeiten.
  • Du brauchst keine oder nur wenig Hilfe in der Schule und im Umgang mit anderen Menschen.

Du musst das Berufs-Vorbereitungs-Jahr (BVJ) direkt nach der obligatorischen Schulzeit beginnen.
Wenn du später beginnen möchtest, brauchst du eine besondere Erlaubnis.
Für diese Erlaubnis musst du einen Antrag stellen.

… dich auf den gewünschten Beruf vorbereiten.
… Unterstützung bei der Lehrstellensuche.
… erste Arbeitserfahrungen in einem Betrieb machen.
… praktisch Arbeiten.

  • 1–2 Tage Schule mit allgemeinbildendem Inhalt (Stufe Sek I)
  • 3–4 Tage praktisch arbeiten in einem Betrieb (70–80 %)

Die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter müssen 500 Franken bezahlen.
In besonderen Notfällen kann die Wohngemeinde diesen Betrag bezahlen.

Integrationsorientiertes BVJ

  • Du lebst noch nicht lange in der Schweiz.
  • Du kannst noch nicht gut Deutsch.
  • Du hast persönliche Bildungslücken.
  • Alter: Du bist jünger als 21 Jahre.

… besser Deutsch lernen.
… den Schulstoff besser verstehen.
… die Berufswelt, Kultur und Gesellschaft der Schweiz kennen lernen.

  • 5 Tage Schule, insbesondere Deutsch, davon 20–40 % praktische Ausbildung
  • Schnupperpraktika
  • erste kurze Berufseinblicke in Werkstätten

Die Eltern oder die gesetzlichen Vertreter müssen 2500 Franken bezahlen.
In besonderen Notfällen kann die Wohngemeinde diesen Betrag bezahlen.

Es gilt die Verordnung über die Zulassungsvoraussetzungen und die Abschlussbeurteilung der Berufsvorbereitungsjahre (ZABV) vom 13. Mai 2024.

Weitere Informationen zu Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Motivationssemester (SEMO)

Name des SEMO Deine Situation Du möchtest ... Programm

Einzeleinsatzplatz-SEMO

  • Du hast einen Beruf oder ein Berufsfeld gewählt.
  • Du hast keine passende Lehrstelle gefunden oder die Lehre abgebrochen.
  • Dir droht Arbeitslosigkeit.
  • Du hast soziale, finanzielle oder persönliche Probleme.
  • Du erfüllst die Anforderungen des Einsatzplatzes.
  • Alter: Du bist zwischen 15 und 24 Jahre alt.

… dich auf den gewünschten Beruf vorbereiten.
… Wissen zum gewählten Beruf und zur Branche sammeln.
… einen geeigneten Einsatzplatz und eine Lehrstelle finden.
… enge Betreuung und Unterstützung.
… erste Arbeitserfahrungen in einem Betrieb sammeln.

  • Abklärung: Schulwissen,
    Stand Berufswahl, persönliche Voraussetzungen
  • 1 Tag pro Woche Schule und Coaching
  • 4 Tage pro Woche arbeiten in einem Betrieb

Gruppeneinsatzplatz-SEMO

  • Du hast einen Beruf oder ein Berufsfeld gewählt.
  • Du hast keine passende Lehrstelle gefunden oder die Lehre abgebrochen.
  • Dir droht Arbeitslosigkeit.
  • Du hast soziale, finanzielle oder persönliche Probleme.
  • Du brauchst viel Unterstützung in der persönlichen Entwicklung.
  • Du kannst noch nicht selbstständig praktisch arbeiten.
  • Alter: Du bist zwischen 15 und 24 Jahre alt.

… dich auf den gewünschten Beruf vorbereiten.
… Wissen zum gewählten Beruf und zur Branche sammeln.
… meine geeignete Lehrstelle finden.
… enge Betreuung und Unterstützung.
… Einblicke in die Arbeitswelt bekommen.
… praktisches Arbeiten üben.

  • Abklärung: Schulwissen,
    Stand Berufswahl, persönliche Voraussetzungen
  • 1 Tag pro Woche Schule und Coaching
  • 4 Tage pro Woche arbeiten in internen Werkstätten und Betrieben

Es sind nicht alle Angebote gleich. Manchmal gibt es mehr Schule. Manchmal gibt es mehr praktische Arbeit. Manchmal gibt es auch Coaching.

Weitere Information zu Motivationssemester (SEMO)

Angebote für Motivationssemester im Kanton Zürich findest du beim Amt für Arbeit.

Private und weitere Brückenangebote und Zwischenlösungen

Private Berufsvorbereitungsjahre (BVJ) Hast du Lücken beim Schulstoff? Oder bist du unsicher bei der Berufswahl? Hast du dich für einen Beruf entschieden und möchtest dich darauf vorbereiten? Dann ist vielleicht ein privates Berufsvorbereitungsjahr etwas für dich. Es gibt viele verschiedene. Es gibt solche, bei denen du mehr Schule hast. Und es gibt solche, bei denen du mehr arbeitest.

Angebote von privaten Berufsvorbereitungsjahren im Kanton Zürich findest du auf berufsberatung.ch/brueckenangebote. Privatschulen findest du auf privatschulen-schweiz.ch.

Vorkurs, Sozialjahr, Praktikum oder Arbeitseinsatz

In den Bereichen Gestaltung, Gesundheit und Soziales gibt es viele Angebote. Sie können dir helfen, dich auf eine Lehre vorzubereiten. Oder du kannst herausfinden, ob du genug motiviert dafür bist. Du kannst auch klären, ob du für eine bestimmte Lehre geeignet bist. Ein Vorkurs oder Praktikum ist nicht zwingend. Eine Lehre kannst du auch ohne machen. Eine Übersicht zu Angeboten im Bereich Gestaltung findest du auf vorkurs-propaedeutikum.ch.

Es gibt Angebote, die dich auf eine Lehre in der Pflege oder im sozialen Bereich vorbereiten. Du musst dafür die obligatorische Schulzeit abgeschlossen haben. Du solltest zwischen 15 und 19 Jahre alt sein:

Du interessierst dich für die Natur? Dann könnte der Landdienst für dich ein spannender Arbeitseinsatz sein. Informationen zum Landdienst findest du auf agriviva.ch.

Vorlehren

Du hast dich schon für einen Beruf entschieden? Aber du hast noch keine Lehrstelle gefunden? Dann ist vielleicht eine Vorlehre gut für dich. In einer Vorlehre kannst du herausfinden, ob der Beruf etwas für dich ist. Du verbesserst dich im praktischen Arbeiten. Die Vorlehre dauert ein Jahr. In dieser Zeit arbeitest du in einem Betrieb. Und du bekommst einen Lohn. An einem bis eineinhalb Tagen besuchst du die Berufsfachschule. Alles wird vom Betrieb organisiert. Was es im Kanton Zürich für Vorlehren gibt, siehst du auf berufsberatung.ch/brueckenangebote.

Weitere Informationen zur Vorlehre findest du auf dem Merkblatt VORLEHRE: ANGEBOTE DER BERUFSFACHSCHULEN IM KANTON ZÜRICH.

Mittelschulvorbereitung

Vielleicht möchtest du an die Mittelschule. Du hast aber die Prüfung (noch) nicht bestanden. Für die Aufnahmeprüfung an die Mittelschule kannst du dich vorbereiten. Es gibt dafür private Vorbereitungskurse. Trotzdem ist es gut, wenn du gleichzeitig eine passende Lehrstelle suchst.

Sprachaufenthalte

Du interessierst dich für einen Sprachaufenthalt? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Du kannst als Au pair ins Ausland gehen. Oder ein Hauswirtschaftsjahr in der Romandie machen. Du könntest auch ein Schuljahr in einer anderen Sprache besuchen. Oder bei einem Austauschprogramm dabei sein. Weitere Informationen findest du auf berufsberatung.ch/sprachaufenthalt.

Weitere Informationen zu Sprachaufenthalten findest du im Artikel Sprachaufenthalt – Tipps für Jugendliche und junge Erwachsene.

Sekundarschul-Abschluss nachholen

Hast du die Schule abgebrochen? Oder hast du einen Schulabschluss, der in der Schweiz nicht anerkannt wird? Vielleicht hast du einen Schulabschluss der Sekundarstufe B. Aber du brauchst für deinen Wunschberuf einen Abschluss auf dem Niveau A? Du kannst den Sek-Abschluss auch nachholen. Es gibt verschiedene Schulen, an denen du das machen kannst. Weitere Informationen dazu findest du auf berufsberatung.ch/awd.

Veröffentlicht: 16.07.2026, 11:49 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02.09.2026, 09:24 Uhr

Beratung und weitere Informationen

Eine Frau hält ein IPad in der Hand und spricht mit einem jungen Mann

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