Ausbildungswege zur Lehrperson auf Sekundarstufe II
Je nach angestrebtem Schultyp und Unterrichtsfach führen unterschiedliche Ausbildungswege zum Lehrdiplom für die Sekundarstufe II. Die Ausbildungsformen reichen vom universitären Masterstudium mit anschliessender Lehrdiplomausbildung bis zu berufsbegleitenden Studiengängen.
Fachlehrpersonen bereiten Jugendliche an Maturitätsschulen und Berufsfachschulen auf ein eigenständiges Berufsleben oder auf weiterführende Studien vor. Sie vermitteln Wissen und Kompetenzen auf hohem fachlichem Niveau und fördern die Selbstständigkeit ihrer Lernenden im Entwickeln von Problemlösungen. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit nehmen die Lehrpersonen auch administrative und schulinterne Aufgaben wahr. Die Ausbildung für den Unterricht auf der Sekundarstufe II (Mittelschulen und Berufsfachschulen) gliedert sich in einen fachwissenschaftlichen und einen berufsorientierten Teil. Das Studium zum Lehrdiplom für gymnasiale, Fach- und Berufsmaturitätsschulen vermittelt ergänzend zum fachwissenschaftlichen Abschluss eine pädagogisch-didaktische Ausbildung, die zum Unterrichten an einem Gymnasium, einer Fach-, Handels- oder Informatikmittelschule, einer Berufsmaturitätsschule oder einer Berufsfachschule befähigt.
Voraussetzungen
Gymnasiale Maturitätsschulen, Fachmittelschulen (FMS) und Handelsmittelschule (HMS)
Die Ausbildung zur Lehrperson an Gymnasien, Fach- und Handelsmittelschulen umfasst ein mindestens viereinhalb- bis fünfjähriges fachwissenschaftliches Studium an einer Universität oder – für Musik und Bildnerisches Gestalten – an einer Fachhochschule, bestehend aus einem Bachelor- und anschliessendem Masterstudium. Zum abgeschlossenen Studium kommt die erziehungswissenschaftliche, didaktische und unterrichtspraktische Ausbildung (Lehrdiplom-Ausbildung). Diese rund einjährige berufliche Ausbildung kann frühestens während des fachwissenschaftlichen Masterstudiums begonnen oder im Anschluss an dieses absolviert werden. Ausbildungsorte sind pädagogische und universitäre Hochschulen.
Berufsmaturitätsschulen (BM)
Der berufsbegleitende berufspädagogische Studiengang dauert je nach Vorbildung ein bis drei Jahre. Er wird entweder in Kombination mit einer Anstellung als Berufsfachschullehrer/in absolviert oder aber als Ausbildung von 300 Lernstunden (10 ECTS) zusätzlich zum Abschluss als Lehrer/in für Maturitätsschulen. Verlangt wird in der Regel ein Bachelor oder Master (Fachhochschule oder Universität) im Unterrichtsfach sowie mindestens sechs Monate betriebliche Berufserfahrung. Teilweise werden zusätzliche Anforderungen gestellt, beispielsweise Unterrichtspraxis im Bereich der fachlichen Qualifikation, die Empfehlung einer Berufsfachschule und/oder das Bestehen eines Zulassungsverfahrens. Ausbildungsorte sind pädagogische und universitäre Hochschulen und das Eidg. Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB.
Berufsfachschulen (Berufskunde BK)
Berufsfachschullehrpersonen für Berufskunde werden für den Fachunterricht ihrer Berufsgruppe ausgebildet. Der berufsbegleitende Studiengang wird kombiniert mit einer Anstellung als Berufsfachschullehrer/in. Für eine hauptamtliche Anstellung dauert das Studium zwei bis drei Jahre, für eine nebenamtliche Anstellung sechs bis zwölf Monate. Berufsfachschullehrpersonen für Berufskunde verfügen in der Regel über einen Abschluss der höheren Berufsbildung (Berufsprüfung, Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule) oder einer Hochschule (Universität, Fachhochschule) im entsprechenden Lehrgebiet oder allenfalls über eine gleichwertige fachliche Qualifikation. Zusätzlich wird betriebliche Berufspraxis (je nach Fachrichtung sechs Monate bis zwei Jahre) verlangt.
Berufsfachschulen (allgemeinbildender Unterricht ABU)
Berufsfachschullehrpersonen für ABU vermitteln Inhalte aus den Lernbereichen «Gesellschaft» sowie «Sprache und Kommunikation». Verlangt wird in der Regel eine EDK-anerkannte Lehrbefähigung oder aber ein Hochschulabschluss (Fachhochschule oder Universität) mit Bezug zu den Unterrichtsinhalten, z.B. ein Bachelor oder Master in Wirtschaftswissenschaften oder in Geisteswissenschaften. Hinzu kommt ein berufsbegleitendes, zwei bis vier Jahre dauerndes pädagogisches, didaktisches und unterrichtspraktisches Diplomstudium im Umfang von 60 ECTS-Punkten, kombiniert mit einer Anstellung als Berufsfachschullehrperson. Ausbildungsorte sind Pädagogische Hochschulen und das Eidg. Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB.
Informationen
Mehr Informationen sind auf den Websites der Ausbildungsstätten zu finden.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zulassungsbedingungen der Pädagogischen Hochschule des Kantons Zürich (PHZH), der Universität Zürich (UZH), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Die Ausbildungsorte variieren je nach Ausbildungsgang und Fach.
Zulassungsbedingungen
Veröffentlicht: 24.08.2026, 11:11 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 02.09.2026, 14:12 Uhr