Zusammenfassung
- Für Kaufleute mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt grundsätzlich gut. Der Berufseinstieg gelingt jedoch nicht allen gleich schnell.
- Da sich die Arbeitswelt laufend verändert, werden Kompetenzen wie der Umgang mit KI, kritisches Denken und Medienkompetenz immer wichtiger.
- Suchen Sie früh genug eine Stelle.
- Nutzen Sie Stellenportale, Webseiten von Unternehmen oder die Hilfe von Bekannten und Lehrpersonen.
- Bilden Sie sich weiter. Hier erfahren Sie mehr über Kurse, höhere Berufsbildung und Studiengänge an Hochschulen.
Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt bietet KV-Lehrabgängerinnen und KV-Lehrabgängern grundsätzlich gute Chancen. Dennoch gelingt der Berufseinstieg nicht allen gleich schnell: Vier Monate nach dem Lehrabschluss sind 9.6 % der Absolvierenden noch auf Stellensuche.
Besonders vorteilhaft ist Praxiserfahrung aus einer betrieblichen Ausbildung, da sie den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert.
Entscheidend sind heute jedoch auch Zukunftskompetenzen wie der reflektierte Umgang mit KI, kritisches Denken und Medienkompetenz. Wer diese Fähigkeiten entwickelt und bereit ist, sich kontinuierlich weiterzubilden, ist gut gerüstet für die Veränderungen in der kaufmännischen Arbeitswelt und kann den eigenen Berufsweg aktiv gestalten.
Branchenwechsel
Für einen Branchenwechsel brauchen Sie je nach Funktion branchenspezifisches Wissen. Dafür gibt es in einzelnen Branchen eigene Sachbearbeitungslehrgänge (Versicherung, Immobilien, Bank, Treuhand).
Für den Wechsel in eine andere Branche sind auch Spezialisierungen in Querschnittfunktionen (z. B. Rechnungswesen, HR) oder eidgenössische Fachausweise (Berufsprüfung BP) nützlich.
Tätigkeiten
Je nach Branche und Betrieb sind unterschiedliche Tätigkeiten und Anforderungen zentral. Ob Sie in einem Familienbetrieb oder einem internationalen Konzern, einem Reisebüro oder einem Spital arbeiten, hat Einfluss auf Ihre Aufgaben.
Bei mittleren oder grösseren Unternehmen sind die
Arbeitsbereiche enger umrissen und abgrenzbar. In
einem kleineren Betrieb sind oft Allrounder gefragt.
Die Anstellungsverhältnisse unterscheiden sich daher stark nach Branche, Betrieb und Funktion.
Stellensuche
Beginnen Sie frühzeitig mit der Stellensuche.
Offene Stellen
Inserate finden Sie in Stellenportalen, auf Firmenwebsites, in Tageszeitungen oder Fachzeitschriften. Links zur Stellensuche finden Sie unter «Weitere Informationen».
Ihr Beziehungsnetz kann Ihnen bei der Stellensuche helfen. Fragen Sie z. B. Ihre/n Berufsbildnerin und Bekannte nach offenen Stellen. Auch ein aktuelles Profil bei LinkedIn oder Xing gehört zur Netzwerkpflege.
Wahl des Betriebs
Wenn Sie sich bewerben, vergleichen Sie mehrere
Betriebe. Achten Sie auf die Grösse und die Teamzusammensetzung – was passt zu Ihnen?
Arbeiten im Ausland
Wollen Sie im Ausland arbeiten?
Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten, Voraussetzungen und wichtigen Schritten für die Planung Ihres Auslandaufenthalts.
berufsberatung.ch/erwachsene
Lohn
Der Kaufmännische Verband Schweiz macht jedes Jahr Empfehlungen für Löhne. Für das Jahr 2027 empfiehlt der Verband: Kaufleute EFZ sollen sollen nach der Lehre mindestens 63 570 Franken brutto im Jahr verdienen. Detaillierte Angaben finden Sie im Ratgeber «Lohnempfehlungen 2027» des Kaufmännischen Verbands Schweiz.
In der öffentlichen Verwaltung richten sich die Löhne normalerweise nach kantonalen oder kommunalen Bestimmungen.
Weitere Informationen rund um das Thema Lohn finden Sie unter berufsberatung.ch/lohn.
Weiterbildungen
Einen guten Überblick über mögliche Weiterbildungen für Kaufleute bietet die Broschüre «KV – was nun?».
Kurse
- Durch den Besuch von Kursen und Seminaren können Sie Ihre Branchenkenntnisse vertiefen, sich auf Fremdsprachen- und Informatikzertifikate vorbereiten oder sich Fachwissen aneignen. Angebote finden Sie unter «Weitere Informationen» unten.
- Weiterbildungsangebote: berufsberatung.ch/awd
Berufsprüfung (BP)
- Ziel: mehr Verantwortung im Beruf mit Fach- und Führungsaufgaben
- Abschluss: eidgenössischer Fachausweis
- Voraussetzungen: in der Regel ein EFZ, mehrjährige Berufserfahrung
Auswahl an Berufsprüfungen:
- Direktionsassistent/Direktionsassistentin
- Fachmann/Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen
- HR-Fachmann/HR-Fachfrau
- Marketingfachmann/Marketingfachfrau
- Fachmann/-frau in Treuhand und Beratung
Höhere Fachprüfung (HFP)
- Ziel: Fachkompetenz stärken, Führungsaufgaben übernehmen, einen Betrieb leiten
- Abschluss: eidgenössisches Diplom
- Voraussetzungen: mehrjährige Berufserfahrung, in der Regel ein EFZ, oft auch BP
Auswahl an höheren Fachprüfungen:
- Aussenhandelsleiter/Aussenhandelsleiterin
- Experte/Expertin in Rechnungslegung und
- Controlling
- Immobilientreuhänder/Immobilientreuhänderin
- KMU-Finanzexperte/-expertin
- Leiter/Leiterin Human Resources
Höhere Fachschule HF
- Ziel: Fach- und Führungsaufgaben
- Abschluss: eidgenössisch anerkanntes Diplom HF
- Voraussetzung: in der Regel ein EFZ im entsprechenden Bereich und mehrjährige Berufserfahrung
Auswahl an Abschlüssen:
- Betriebswirtschafter/Betriebswirtschafterin HF
- Hotelier/e-Gastronom/in HF
- Rechtsfachmann/Rechtsfachfrau HF
- Versicherungswirtschafter/Versicherungswirtschafterin HF
- Wirtschaftsinformatiker/in HF
Fachhochschule FH
- Ziel: berufsqualifizierender Hochschulabschluss
- Abschlüsse: Bachelor mind. 3 Jahre,
- Master plus 1½ bis 2 Jahre
- Zulassung: EFZ mit Berufsmaturität und je nach Studiengang einschlägige Berufserfahrung oder Aufnahmeverfahren
Auswahl an Studiengängen:
- Bachelor in Betriebsökonomie
- Bachelor in Business Administration
- Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen
- Master in Banking and Finance
- Master in Business Administration
- Master in International Finance Management
Weitere Informationen
Veröffentlicht: 13.10.2026, 16:01 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 22.10.2026, 15:13 Uhr