Zusammenfassung
- Einen Auslandsaufenthalt sollte man frühzeitig planen, am besten mindestens eineinhalb Jahre im Voraus.
- Hochschulen haben Beratungsstellen, die bei der Organisation helfen. Sie informieren über Austauschprogramme, Bewerbungen und Stipendien.
- Viele Hochschulen bieten Austauschprogramme im Ausland an. Diese erleichtern den Ablauf und man zahlt meistens keine zusätzlichen Studiengebühren im Gastland. Man kann ein Auslandsstudium auch selbst organisieren. Dies ist jedoch meist mit einem erhöhten Aufwand und höheren Studiengebühren verbunden.
- Für ein Studium im Ausland braucht man gute Sprachkenntnisse der Landessprache oder in Englisch.
Die Organisation eines Auslandaufenthaltes braucht Zeit und Geduld, denn es sind viele Fragen zu klären, Informationen zu sammeln und Papiere auszufüllen. Die folgenden Hinweise, Tipps und Adressen sollen Ihnen dabei helfen. Weitere Kurzinformationen und viele Links zu den hier besprochenen Themen finden Sie auch unter berufsberatung.ch.
Fragen zur Organisation
Es empfiehlt sich, einen Auslandaufenthalt frühestens nach dem 3. Semester, noch besser nach dem abgeschlossenen Bachelor zu planen. So haben Sie in Ihrem Fachgebiet schon einen gewissen Überblick und können mehr von der Ausbildung an der fremden Hochschule profitieren. Beginnen Sie mit dem Organisieren etwa eineinhalb Jahre vorher, es gibt viel zu tun – und Termine, die Sie nicht verpassen dürfen.
An fast allen Hochschulen gibt es eine so genannte Mobilitätsstelle, die Sie beim Planen Ihres Auslandstudiums unterstützt (siehe Adressen und Wissenswertes). Die Fachleute dort wissen alles über internationale Austausch- und Mobilitätsprogramme, über bilaterale Abkommen der Hochschule mit anderen Hochschulen, über zwischenuniversitäre Vereinbarungen in bestimmten Fächern, über Finanzierungsmöglichkeiten, Sprachvorbereitung, Aufnahmebedingungen, freie Plätze usw. Ebenso bieten sie nützliche Hinweise, falls Sie Ihr Auslandsemester selber organisieren wollen. Das ist z. B. dann nötig, wenn Ihre ausländische Wunschuniversität nicht zu den Austauschpartnern Ihrer Heim-Universität gehört.
Austauschprogramme und -abkommen bestehen zwischen Hochschulen verschiedener Länder innerhalb und ausserhalb Europas. Innerhalb dieser Abkommen werden einzelne Studienplätze (zum Teil in bestimmten Fächern) und Austauschstipendien vergeben, für die Sie sich bewerben können. Ein Grossteil der administrativen Verfahren wird Ihnen als Teilnehmer/in an diesen Programmen durch die organisierenden Hochschulen abgenommen oder erleichtert. Siebleiben für die Zeit des Auslandaufenthaltes an Ihrer Heim-Universität eingeschrieben und bezahlen dort Ihre Semestergebühren. An der Gastuniversität sind Austauschstudierende in der Regel von den Semestergebühren befreit.
Es steht Ihnen immer frei, einen Auslandaufenthalt selber zu organisieren. So profitieren Sie von einer grösseren Auswahl an Hochschulen und Fächern. Allerdings bekommen Sie dabei wohl etwas weniger Unterstützung von Ihrer Heim-Hochschule und auch keine speziellen Austauschstipendien. Notwendigerweise selber organisieren müssen Sie dann, wenn für das von Ihnen gewünschte Studienfach oder mit Ihrer ausländischen Wunschhochschule keine Austauschabkommen bestehen.
Informationen über Zulassungsbedingungen und Studiengebühren für ausländische Studierende erhalten Sie beim «admission office», d. h. bei der Zulassungsstelle der entsprechenden Universität. Fragen zur Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen besprechen Sie an Ihrer Heim-Hochschule noch vor Beginn des Auslandaufenthaltes mit der Studienberatung des betreffenden Faches oder mit dem Dekanat. Können Sie die Studienleistungen anrechnen lassen, bleiben Sie regulär an der Heim-Hochschule eingeschrieben und bezahlen da Semestergebühren. Werden die Auslandleistungen nicht anerkannt, können Sie sich beurlauben lassen: Sie bleiben weiterimmatrikuliert, erhalten aber keine Rechnung. Fragen dazu beantwortet die Hochschul-Kanzlei.
Damit Ihnen die im Ausland erbrachten Studienleistungen an der Heim-Hochschule auch tatsächlich anerkannt werden, vereinbaren Sie noch vor der Abreise mit den zuständigen Kontaktpersonen oder Prüfungsdelegierten hier ein «Learning Agreement» bzw. einen «Learning Contract». In diesem Studienvertrag steht, welche Veranstaltungen Sie an der Gast-Hochschule belegen werden und wie viele ECTS-Kreditpunkte Sie im Gegenzug dafür erhalten. Im Idealfall sollten die Inhalte der Auslandkurse und die dafür erhaltene Punktzahl in etwa mit denjenigen übereinstimmen, die Sie in der Schweiz während des Auslandaufenthaltes «verpassen» werden.
Ja. Wenn Sie eine ausländische Hochschule finden, die das von Ihnen studierte Fach in der gewünschten Qualität anbietet, sollte einem solchen Studienaufenthalt nichts im Wege stehen. Klären Sie aber ab, welche Leistungen Ihnen angerechnet werden.
Ein Vollstudium im Ausland ist in der Regel nur sinnvoll, wenn Sie nach dem Studium planen, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Wenn Sie aber nach dem ausländischen Studienabschluss in der Schweiz tätig sein möchten, müssen Sie genau und frühzeitig abklären, ob dieser Abschluss hier auch tatsächlich anerkannt ist. Weiter Informationen dazu finden Sie unter swissuniversities.
Wer im Rahmen eines offiziellen Mobilitätsprogramms ein oder zwei Semester im Ausland studiert, hat keine höheren Studiengebühren als an der Heim-Hoch schule zu zahlen und erhält je nach Programm Mobilitätsstipendien. Infos dazu erhalten Sie bei der Mobilitätsstelle Ihrer Hochschule.
Wenn Sie ausserhalb eines Austauschprogramms studieren wollen oder müssen, sind die vollen Studiengebühren zu entrichten, die im Ausland z. T. wesentlich höher sind als hier (private Hochschulen sind zudem deutlich teurer als staatliche). So kostet ein Studienjahr an einer amerikanischen Hochschule je nach Universitätstyp und Studiengang Fr. 3000 bis 40 000, in Australien zwischen Fr. 6000 und 8000 oder in Grossbritannien bis Fr. 13 000. Eine Zusammenstellung von Studiengebühren in verschiedenen Ländern finden Sie unter Bachelor and more.
Für Stipendien und Ausbildungsdarlehen ist in der Re gel die Stipendienstelle des Wohnkantons Ihrer Eltern zuständig. Der Kanton Zürich richtet Beiträge aus für Auslandsemester, wenn diese für die Ausbildung in der Schweiz angerechnet werden. Für ein vollständiges Studium, welches zu einem staatlich anerkannten Abschluss auf Tertiärstufe führt, können Sie ebenfalls Beiträge beantragen. Die Beitragsberechtigung hängt jeweils von Ihrer Vorbildung ab und ist daher im Einzel fall zu prüfen. Mehr zu Stipendien weiter unten.
Die Regelungen sind von Land zu Land verschieden. Um im Ausland einen Nebenjob auszuüben, brauchen Sie vermutlich eine Arbeitsbewilligung, die meist schwer oder gar nicht zu bekommen ist (z. B. in den USA). Innerhalb des Campus, also im Rahmen der Universität, ist das Jobben oft eher möglich, beispielsweise als Assistent/in. Allerdings sind die raren Stellen sehr begehrt und schwierig zu ergattern. Der oder die Mobilitätsverantwortliche Ihrer Gastuniversität weiss mehr darüber.
Es ist unbedingt erforderlich, das Sprachenlernen und das Ablegen einer Sprachprüfung im Voraus gut zu planen, um den Ansprüchen der Gastuniversität zu entsprechen. Wenn Sie im fremdsprachigen Aus land studieren wollen, müssen Sie die betreffende Sprache bzw. Englisch so gut beherrschen, dass Sie den Veranstaltungen folgen und schriftliche Arbeiten verfassen können. Zum Teil ist das erfolgreiche Absolvieren von Sprachtests Voraussetzung für die Zulassung. Viele Sprachzertifizierungen wie z. B. TOEFL, TEF, DELE etc. können Sie bereits in der Schweiz absolvieren. Kursanbieter finden Sie unter berufsberatung.ch. Auch die Universitäten im Ausland bieten vor Studienbeginn Sprachkurse für ihre fremdsprachigen (Austausch-)Studierenden an. Oftmals wird vorgängig ein Test durchgeführt, um eine optimale Einstufung im Sprachkurs zu gewährleisten.
Die Unterkunft im Ausland ist in der Regel von den Studierenden selber zu organisieren, am besten früh zeitig und noch vor der Abreise. Viele Universitäten im Ausland bieten für die Zimmersuche Hilfe an oder stellen sogar eine Unterkunft zur Verfügung. Erkundigen Sie sich bei den Mobilitätsverantwortlichen Ihrer Ziel-Universität.
Sobald ein Aufenthalt in einem fremden Land die Dau er von drei Monaten übersteigt, ist eine Aufenthaltsbewilligung und allenfalls ein Visum erforderlich. Sofern die Gastuniversität Ihnen keine Informationen zukommen lässt, wenden Sie sich direkt an die ausländische Vertretung des jeweiligen Landes in der Schweiz (Botschaft, Konsulat). Für die Abmeldungsformalitäten in der Schweiz kontaktieren Sie Ihr Kreisbüro bzw. Ihre Gemeinde.
Für Ihre AHV-Beiträge, Unfall- und Krankenversicherung sind Sie während Ihres Auslandaufenthaltes selbst verantwortlich. Je nach Gastland könnte eine Zusatzversicherung erforderlich sein. Es ist empfehlenswert, sich von der Krankenkasse beraten zu las sen oder bei der Partneruniversität nachzufragen.
Je nach Länge des Auslandaufenthaltes und Ihrer militärischen Stellung müssen Sie sich abmelden oder einen militärischen Auslandaufenthalt beantragen. Falls bereits ein WK geplant ist, müssen Sie ein Dienstverschiebungsgesuch schreiben. Nehmen Sie Kontakt auf mit dem Sektionschef Ihrer Wohngemeinde.
Es gibt neben dem Studieren an fremden Universitäten auch andere Möglichkeiten, einige Zeit im Ausland zu verbringen – vor, während oder nach dem Studium. Überlegen Sie sich, warum Sie «einfach mal weg» wollen, und wie sich diese Wünsche am besten realisieren lassen. Alternativen zum Auslandstudium können sein: Schüleraustausch, Reisen, Sprachaufenthalte, Hilfseinsätze, Nachdiplomstudium etc.
Adressen und Wissenswertes von A bis S
Auslandsemester
Hier finden Sie Informationen zu einzelnen Austausch-Auslandsemestern, die innerhalb von Hochschulprogrammen oder -abkommen angeboten werden. In der Regel werden solche Auslandsemester finanziell unterstützt.
Länderinformationen
Unter folgenden Adressen finden Sie Informationen zum Reisen, Leben und Arbeiten im Ausland:
Mobilitätsstellen
Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen betreiben Mobilitätsstellen, wo Ihnen Fachleute beim Organisieren Ihres Studienaufenthaltes im Ausland helfen, insbesondere im Rahmen bestimmter Austauschprogramme. Viel Wissenswertes, z. B. Adressen, Links, Tipps und Erfahrungsberichte, steht bereits auf den entsprechenden Websites:
Praktika
Im Ausland lassen sich auch fachspezifische und andere Praktika absolvieren. Hier die Adressen einiger Vermittlungsstellen.
Sprachtests
Wer im fremdsprachigen Ausland studieren will, muss die betreffende Sprache oder zumindest Englisch gut bis sehr gut beherrschen (wenn möglich auf Stufe C1 oder C2 des Europäischen Referenzrahmens). In vielen Fällen werden die Sprachkenntnisse speziell in Zulassungstests geprüft. Manche Universitäten organisieren für ihre ausländischen Studienbewerber/innen Online- und Crashkurse.
Wer in der Schweiz Kurse anbietet, die zu den verlangten Sprachdiplomen führen, erfahren Sie unter berufsberatung.ch. Suchen Sie nach TOEFL, IELTS, DALF etc.
Stipendien
Unter folgenden Adressen erhalten Sie Hinweise zur Stipendienberechtigung im Kanton Zürich, zu Voraussetzungen und Finanzierungsalternativen sowie Hilfe bei der Gesuchstellung.
Studienangebot
Das weltweite Studienangebot ist riesig – und damit auch die Auswahl an möglichen Auslandstudiensemestern. Allerdings ist es wohl am einfachsten, zuerst einmal bei der eigenen Mobilitätsstelle, einer Professorin oder dem Sekretariat der gewünschten Studienrichtung nach Ideen, Beziehungen und fertigen Austauschprogrammen zu fragen. Wer dann trotzdem noch auf eigene Faust suchen will, wird vielleicht hier fündig:
Diese Übersicht dient ausschliesslich der Information und stellt keine Empfehlung dar. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Qualitätssicherung. Für verlinkte Inhalte wird jede Haftung ausgeschlossen.
Veröffentlicht: 16.07.2026, 16:57 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 02.09.2026, 15:43 Uhr
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