Bildung beginnt früh im Leben und hört nie auf. Alle Kinder besuchen obligatorisch Kindergarten und Schule. Nach der Schulzeit haben die Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten: sie können eine berufliche Grundbildung oder eine Mittelschule absolvieren. Danach gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten: In der höheren Berufsbildung können verschiedene eidgenössische Abschlüsse erlangt werden. Ein akademisches Studium kann an einer Hochschule absolviert werden.

Zusammenfassung

  • Nach der obligatorischen Schulzeit stehen Jugendliche vor der Wahl zwischen einer beruflichen Grundbildung (Lehre) oder einer Mittelschule (z. B. Gymnasium, Handels- oder Informatikmittelschule).
  • Brückenangebote wie Vorlehren oder Berufsvorbereitungsjahre erleichtern den Übergang in die berufliche Grundbildung oder eine weiterführende Schule.
  • Mittelschulen wie das Gymnasium, Handelsmittelschule, Informatikmittelschule oder Fachmittelschule bereiten auf ein Studium oder höhere Fachschulen vor.
  • Nach der Lehre oder Mittelschule ermöglichen höheren Fachschule, Fachhochschule, Universität oder Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) eine Weiterbildung oder einen Studienabschluss.

Übersicht

Die Visualisierung zeigt die Möglichkeiten des Bildungssystems modellhaft dar. Von unten nach oben werden die Stationen von Volksschule mit Kindergarten, Primarschule und Sekundarstufe I hin zu der Sekundarstufe II.
Übersicht über die Bildungswege

Brückenangebote

Mit «Brückenangebot» werden alle Angebote bezeichnet, die eine Brücke bauen zwischen der obligatorischen Schulzeit und einer beruflichen Grundbildung oder weiterführenden Schule. Dazu gehören z. B. öffentliche und private Berufsvorbereitungsjahre (BVJ), Motivationssemester (SEMO), Vorkurse, Sozialjahre und Vorlehren.

Berufliche Grundbildung (EBA, EFZ)

Die berufliche Grundbildung – auch Berufslehre genannt – gliedert sich in die 2-jährigen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) sowie die 3- und 4-jährigen Berufslehren mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Nach bestandenem EBA besteht die Möglichkeit, das EFZ in einer verkürzten beruflichen Grundbildung zu erwerben. Die Ausbildung findet an drei Lernorten statt: Lehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse.

Berufsmaturität (BM)

Die Berufsmaturität kann während (BM1) oder nach (BM2) einer Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ absolviert werden sowie im Rahmen der HMS und IMS. Sie ermöglicht in der Regel den prüfungsfreien Zugang zu einem Fachhochschulstudium im entsprechenden Berufsfeld.

Mittelschulen, Maturität

Handelsmittelschulen (HMS) und Informatikmittelschulen (IMS) führen nach drei Jahren Schule und einem Jahr Berufspraxis zum EFZ als Kaufmann/Kauffrau bzw. als Informatiker/in sowie zur Berufsmaturität. Der Eintritt in die HMS erfolgt entweder im Anschluss an die 2. oder an die 3. Sekundarschule. Fachmittelschulen (FMS) führen in drei Jahren zum FMS-Ausweis, welcher den Zugang zu einer Höheren Fachschule HF ermöglicht. In einem zusätzlichen Jahr kann die Fachmaturität (FM) erworben werden. Diese berechtigt zur Aufnahme an eine Fachhochschule FH oder an eine Pädagogische Hochschule PH.

Die Gymnasiale Maturität ermöglicht den direkten Zugang an eine Universität oder an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH); für die Aufnahme an eine FH oder eine HF wird zusätzlich Berufspraxis vor- ausgesetzt. Erwachsene können die Maturität auf dem zweiten Bildungsweg erwerben.

Passerelle

Berufsleute mit einer Berufs- oder Fachmaturität können sich mit der Passerelle auf eine Ergänzungsprüfung vorbereiten. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Übertritt an eine Universität oder an die ETH.

Berufsprüfungen BP

Berufsprüfungen führen zu einem eidgenössischen Fachausweis. Dieser qualifiziert für Stellen, bei denen vertiefte Fachkenntnisse und/oder Führungsqualitäten verlangt werden. Vorbereitungskurse auf Berufsprüfungen finden meistens berufsbegleitend statt. Das Ablegen einer Berufsprüfung erfordert ein EFZ oder eine gleichwertige Qualifikation sowie mehrjährige Berufserfahrung im Berufsfeld.

Höhere Fachprüfungen HFP

Höhere Fachprüfungen werden mit dem eidgenössischen Diplom abgeschlossen. Sie befähigen dazu, Führungsaufgaben zu übernehmen oder einen Betrieb zu leiten. Die Vorbereitungskurse erfolgen berufsbegleitend. Zulassungsvoraussetzung ist ein EFZ mit Berufserfahrung und allenfalls ein eidgenössischer Fachausweis.

Höhere Fachschulen HF

Höhere Fachschulen werden mit einem eidgenössisch anerkannten Diplom abgeschlossen und befähigen die Absolventinnen und Absolventen zu einer generalistischen Tätigkeit mit Kaderfunktion. Die Ausbildung dauert mindestens zwei Jahre vollzeitlich oder drei Jahre berufsbegleitend. Für die Zulassung wird ein Abschluss der Sekundarstufe II benötigt.

Fachhochschulen FH, Pädagogische Hochschulen PH

FH und PH sind praxisorientierte Hochschulen in verschiedenen Bereichen. Die erste Studienphase wird mit dem Bachelor abgeschlossen und dauert mindestens drei Jahre, die zweite Phase führt in eineinhalb bis zwei Jahren zum Master. Ein Teilzeit- oder berufsbegleitendes Studium dauert entsprechend länger. Eine Berufsmaturität oder gymnasiale Maturität berechtigt in der Regel zur prüfungsfreien Zulassung. Zusätzlich wird Berufspraxis vorausgesetzt.

Universität und ETH

Universitäten und die Eidgenössische Technische Hochschule sind wissenschaftliche Hochschulen für Lehre und Forschung, die auf akademische Berufe vorbereiten. Nach drei Jahren wird mit dem Bachelor abgeschlossen, weitere eineinhalb bis zwei Jahre führen zum Master, ein Doktorat dauert zusätzliche ein bis fünf Jahre. Ein Teilzeit- oder berufsbegleitendes Studium dauert entsprechend länger. Voraussetzung ist eine gymnasiale Maturität, eine Berufsmaturität mit Passerelle oder eine Fachmaturität mit Passerelle.

Veröffentlicht: 13.07.2026, 09:49 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02.09.2026, 16:06 Uhr

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