Zusammenfassung
- Ein Bachelor an einer Fachhochschule bereitet meistens direkt auf einen Beruf vor.
- An Universitäten und der ETH ist in den meisten Fächern ein Masterabschluss nötig, wenn man sich spezialisieren oder forschen will.
- Es gibt verschiedene Mastertypen: aufbauende, spezialisierte und gemeinsame Programme mehrerer Hochschulen.
- Ein Wechsel des Hochschultyps oder das Studium an einer ausländischen Hochschule ist möglich.
Mit dem Bachelor ist der erste Hochschulabschluss erreicht. Gratulation! Du hast in einem Fachgebiet umfassendes Wissen erworben und Leistungen von 180 ECTS-Punkten erbracht. Mit diesem Rucksack kannst du entweder den Sprung in die Arbeitswelt wagen oder ein weiterführendes Studium in Angriff nehmen.
Die wichtigsten Fragen
Das European Credit Transfer System (ECTS) ist mehr als nur ein Punktesystem. Es stellt umfassende Informationen über das Studienangebot einer Institution zur Verfügung und erleichtert Verständnis, Vergleichbarkeit und Transparenz der Studiengänge. Studienleistungen werden anrechenbar und Hochschulwechsel möglich.
Ein potentieller Arbeitgeber oder eine x-beliebige Hochschule im europäischen Raum kann aus einem Bachelorabschluss einiges herauslesen: Welche Studienleistungen wurden im Detail erbracht? In welchen Bereichen ist der Absolvent besonders leistungsfähig? Wo sind allenfalls Zusatzleistungen zu erbringen? Zudem können Bachelorabsolventinnen bei Bewerbungen ihre relevanten Stärken für die jeweilige Stelle belegen.
An den Fachhochschulen ist der Bachelor in den meisten Fächern der berufsqualifizierende Regelabschluss. Die dreijährigen Studiengänge vermitteln den Studierenden allgemeines sowie praxisorientiertes Grundlagen- und Fachwissen. Dadurch verschaffen sie ihnen eine Berufsqualifikation, die den direkten Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht.
Die Studiengänge an den universitären Hochschulen (Universität, ETH) sind in erster Linie wissenschaftlich-theoretische Ausbildungen und weniger auf einen bestimmten Beruf hin ausgerichtet. Sie vermitteln auf Bachelorstufe eine grundlegende wissenschaftliche Bildung, die im Masterstudium noch weiter vertieft wird. Einen gewissen Anteil an berufsrelevantem Wissen gibt es je nach Fach jedoch auch in universitären Studienrichtungen, z. B. die beruflich gut umsetzbaren Methoden der Sozialwissenschaften oder die Übungsfälle in Recht und Wirtschaft.
Studierende beider Hochschultypen eignen sich während dem Studium «Soft Skills» an, die ihnen im Berufsalltag zugutekommen: Sie recherchieren zu Fachthemen, verfassen wissenschaftliche Arbeiten, vertiefen die Fachsprache und lernen Business-Englisch, sie präsentieren ihre Forschungserkenntnisse vor kritischem Publikum und pflegen das Teamwork. Weitere Berufsqualifikationen sammeln die Absolventinnen und Absolventen in Praktika, Trainee-Programmen, Weiterbildungen oder als Werkstudierende «on the job».
Ja, der Bachelor ist ein erster anerkannter Studienabschluss und ermöglicht grundsätzlich den Übertritt ins Berufsleben. Der Abschluss kann bei der Jobsuche je nach Anforderungsprofil durchaus genügen. In Frage kommen weniger studienfachbezogene als eher generalistische Tätigkeiten – also Tätigkeiten, die nicht an ein bestimmtes Universitätsstudium gebunden sind, z. B. in der Kommunikation, im Verlagswesen oder bei Verbänden. Der Einstieg in die Arbeitswelt gelingt viel fach leichter, wenn du während des Bachelorstudiums bereits einer Erwerbstätigkeit nachgehst. So kannst du praktische Berufserfahrungen sammeln und Kontakte zu möglichen Arbeitgebern knüpfen.
Viele Uni-Studierende – insbesondere der Betriebswirtschaft – nutzen den Bachelor auch für einen ersten Zwischenhalt in der Arbeitswelt. Sie gehen für ein oder zwei Jahre in die Praxis, sammeln Berufserfahrungen und absolvieren erst danach das Masterstudium.
Sehr empfehlenswert oder gar unerlässlich ist der Master, wenn du dein Wissen aus dem Bachelorstudium vertiefen, dir ein breites Arbeitsfeld offen halten oder dich in einer bestimmten Richtung spezialisieren möchtest. Wenn du eine hoch professionalisierte, stark fachbezogene Berufs- oder Forschungstätigkeit anstrebst (z. B. in der Medizin oder in Naturwissenschaften) ist ein Masterabschluss eine unabdingbare Voraussetzung. Ebenso musst du einen Masterabschluss vorweisen, wenn du ein Doktorat erwerben willst.
Generell lässt sich sagen: An Universität und ETH ist der Master der Regelabschluss und die grosse Mehrheit strebt nach dem Bachelor einen Master an. An der Fachhochschule hingegen ist es eher eine Minderheit, die diesen Weg wählt, da der reguläre FH-Bachelor meist schon für die Berufsausübung qualifiziert. Es gibt aber auch hier Ausnahmen: In den Fächern Psychologie oder Musik beispielsweise ist der FH-Masterabschluss für die Berufsausübung empfehlenswert, da einem in der Arbeitswelt sonst Türen verschlossen bleiben.
Die Wahl des passenden Masterstudiums hängt von vielerlei Faktoren ab – vom erworbenen Bachelorabschluss, vom Hochschultyp, von den Interessen und Fähigkeiten sowie von den individuellen Lebensumständen.
Masterstudiengänge werden nach einem abgeschlossenen Bachelorstudiengang belegt. Sie dauern eineinhalb bis zwei Jahre, und es müssen 90 bis 120 ECTS-Punkte erarbeitet werden. Die eher geisteswissenschaftlich ausgerichteten Studiengänge vergeben einen Master of Arts (MA), die empirisch orientierten
Disziplinen einen Master of Science (MSc). Andere Fächer wie Theologie, Rechtswissenschaft oder Medizin haben eigene Abschlüsse, beispielsweise Master of Theology respektive Master of Law.
Es wird zwischen verschiedenen Mastertypen unterschieden:
- Konsekutive Masterstudiengänge bauen auf einem Bachelorstudium mit gleichem oder ähnlichem Namen auf. Sie werden im Anschluss an den Bachelor angeboten und vertiefen das Wissen aus diesem Studiengang. Voraussetzung für die Zulassung ist ein abgeschlossener Bachelor in der
gleichen Studienrichtung. Beispiele: FH-Master in Facility Management nach einem Bachelor in Facility Management oder ein Uni-Master in Geschichte nach einem Bachelor in Geschichte. - Spezialisierte Masterstudiengänge sind meistens trans- oder interdisziplinär – das heisst, sie vereinen mehrere Fachrichtungen – und setzen thematische Schwerpunkte. Die Zulassung erfolgt aus verschiedenen Bachelorstudiengängen mit besonderen Aufnahmebedingungen: bestimmter Notendurchschnitt, Zusatzleistungen usw. Beispiel: ETH-Master Umweltnaturwissenschaften für Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen aus Erdwissenschaften, Physik, Chemie, Mathematik u.a..
- Joint- oder Kooperationsmaster werden von mehreren Hochschulen gemeinsam angeboten, teilweise auch in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen. Die Zulassungsbedingungen sind denen der spezialisierten Masterstudiengänge vergleichbar. Beispiel: Master in Engineering als gemeinsam entwickeltes Angebot aller Schweizer
Fachhochschulen.
Nein. Wer in einem Fach einen Bachelor erlangt, kann ohne weitere Auflagen nur an der gleichen Hochschule in der gleichen Disziplin das Masterstudium belegen (konsekutiver Studiengang). Wer nach einem Bachelor die Hochschule wechselt und im gleichen Fach weiterstudiert, muss an der neuen Hochschule meist Zusatzleistungen erbringen. Die Fakultäten und Hochschulen treffen entsprechende Vereinbarungen untereinander. Ebenfalls Zusatzleistungen erbringen muss, wer sich nach einem Bachelor für einen nicht-konsekutiven bzw. spezialisierten Masterstudiengang entscheidet (vgl. auch vorhergehende Frage), z. B. wer nach einem Politologie-Bachelor einen Master in Umweltwissenschaften anvisiert oder nach einem Germanistik-Bachelor einen Master in Europastudien.
Frühzeitige Abklärungen lohnen sich. Nicht alle Hochschulen stellen die gleichen Bedingungen.
Ja, es ist grundsätzlich möglich, mit einem Fachhochschul-Bachelor an die Uni/ETH oder mit einem Uni-Bachelor an die Fachhochschule zu wechseln.
Die Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen ist gesetzlich geregelt. Für einen Wechsel des Hochschultyps sind bestimmte Bedingungen zu beachten. Zudem müssen Studierende teilweise umfangreiche Zusatzleistungen erbringen. Durch den zusätzlichen Aufwand kann sich das Studium um ein bis zwei Semester verlängern.
Über die Aufnahme in ein Masterprogramm entscheidet die jeweilige Hochschule. Die generellen Zulassungsbedingungen zu konsekutiven Masterstudiengängen sind auf berufsberatung.ch ersichtlich.
Ja, das ist möglich. Der Übertritt vom Bachelor- ins Masterstudium ist ein geeigneter Zeitpunkt für einen Wechsel an eine ausländische Hochschule – ob für
einzelne Studiensemester oder gleich ein ganzes Masterprogramm. Welche Aufnahmebedingungen gelten und ob Zusatzleistungen erbracht werden müssen – wie beispielsweise ein Nachweis über erforderliche Sprachkenntnisse –, muss direkt bei der anvisierten Hochschule abgeklärt werden. Die Wahl der richtigen
Universität im Ausland ist nicht einfach. Hierbei können das Veranstaltungsangebot, Rankings, Dozierende der Hochschule hier in der Schweiz oder spezialisierte Studienberatende weiterhelfen. Ebenso empfiehlt es
sich, bei der Mobilitätsstelle der eigenen Hochschule nachzufragen.
Weitere Informationen zum Studium im Ausland findest du auf dem gleichnamigen Merkblatt.
Die «Weiterbildungsmaster», Master of Advanced Studies (MAS), werden ebenfalls von Universitäten, ETH und Fachhochschulen angeboten. Sie richten
sich aber in der Regel an Personen mit Studienabschluss (Bachelor oder Master), die bereits in der Berufspraxis stehen und sich gezielt Fachwissen für eine
bestimmte aktuelle oder angestrebte Berufsfunktion (z. B. Führungsaufgaben) aneignen wollen. Ein solcher MAS entspricht mindestens 60 ECTS-Punkten, sprich der Leistung eines Jahres Vollzeitstudium. Meist wird ein MAS berufsbegleitend über zwei Jahre absolviert. Es können auch Teilabschlüsse wie das Certificate of Advanced Studies (CAS) mit 15 ECTS-Punkten und das Diploma of Advanced Studies (DAS) mit 30 ECTS-Punkten, ergänzt mit einer Masterarbeit, zum Weiterbildungsmaster-Abschluss führen. Im Wirtschaftsbereich gibt es ausserdem den Master of Business Administration (MBA) und Executive Master of Business Administration (EMBA).
Weitere Informationen
Veröffentlicht: 14.07.2026, 17:58 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 01.09.2026, 10:53 Uhr
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